Bad Freienwalde - Der älteste Kur- & Badeort der Mark Brandenburg - : Altranft
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1a-Einkaufsstadt

Historischer Stadtkern

Altranft

Das Dorf Ranft wurde 1375 erstmalig im Landbuch Kaiser Karls IV. urkundlich erwähnt. Die Fischerei war zunächst der Haupterwerbszweig der Bewohner, denn das zweimal im Jahr überschwemmte Oderbruch mit seinen vielen Teichen und Tümpeln und einem unvorstellbaren Fischreichtum begann unmittelbar am Dorfrand.

Ein Herrensitz tauchte das erste Mal im Lehnsbrief des Melchior von Pfuel auf und wurde ihm und seinen Brüdern und Vettern 1536 vom Kurfürsten Joachim "gnediglich gelihen".

1665 kaufte Wolf Friedrich von Bomsdorf, Oberst und Kommandant der Feste Oderberg, Ranft. Auf seine Initiative ist 1675 die Gründung einer großen Schäferei in den Ranftschen Bergen zurückzuführen. Diese Schäferei wurde später zum heute noch existierenden Vorwerk Bergthal ausgebaut. Von Bomsdorf ließ bereits erste Meliorationen durchführen und siedelte neue Familien in Ranft an.

1739 kaufte Samuel von Marschall, Minister bei Friedrich dem Großen, das Gut Ranft. Im Sommer 1759 wurde damit begonnen, das 1762 im Kirchenbuch eingetragene Neu-Ranft als Siedlung anzulegen. Von nun an bürgerte sich der Name Alt-Ranft ein. Unter der Witwe Caroline von Marschall nahmen Dorf und Gut einen weiteren Aufschwung. 1752 ließ Frau von Marschall eine neue Kirche zu Ehren ihres verstorbenen Mannes an Stelle einer alten, baufälligen errichten.

Im Jahre 1820 verkaufte Carl Heinrich August von Marschall Gut und Schloss Altranft an den Grafen Wilhelm Werner Georg von Hacke, unter dessen Leitung sich industrielle Anfänge mit dem Bau einer Kohlengrube (1849), einer Brikettfabrik (1881) und einer Zuckerfabrik (1862) entwickelten.

Ende des 2. Weltkrieges wurde das Herrenhaus geplündert und diente zeitweilig Soldaten und später Vertriebenen als Unterkunft. Dadurch ist die Einrichtung des Schlosses nicht erhalten geblieben.

Bis 1992 waren darin verschiedene Kindereinrichtungen, die Bibliothek, eine Gaststätte und mehrere Wohnungen untergebracht. Heute ist das Schloss ein Hauptbestandteil des Freilichtmuseums Altranft. Es beherbergt verschiedene Sonderausstellungen über das frühere Leben im Dorf und im Schloss, sowie eine Galerie. In Zuge der Verwaltungsreform wurde Altranft 1994 als Ortsteil Bad Freienwalde (Oder) zugeordnet.

Altranft hat heute 936 Einwohner. (Stand Dezember 2009)

Büro des Ortsvorstehers Altranft
Bernd Hoffmann
16259 Bad Freienwalde (Oder), Dorfstraße 9

Sehenswürdigkeiten:

Das Schloss beherbergt Dauerausstellungen über Dorf und Schloss Altranft, sowie sehenswerte Inneneinrichtungen zur Wohn- und Lebensweise der Gutsherrschaft (erworben aus der Sammlung von Charlotte von Mahlsdorf) und wechselnde Ausstellungen in der Galerie im Schloss (Info-Punkt und Beginn der Führungen durch das Freilichtmuseum).

Die Dorfschule im Bauernhaus von 1850 mit einem Schulzimmer und einer Ausstellung über preußische Landschulen.

Das Spritzenhaus mit einer Ausstellung zum Feuerlöschwesen.

Das Fischerhaus mit schwarzer Küche und Ausstellungen über Fischerei, Korbmacherei und das Schumacherhandwerk.

Das Wasch- und Backhaus mit funktionierendem Backofen.

Das Stallgebäude mit Weidenkoch- und Schälanlage.

Die Dorfschmiede von 1910 ist eine funktionierende Schauanlage mit originalen Geräten.

In der Holzschuhmacherei im ehemaligen Gutsstall finden regelmäßig Vorführungen dieser alten Handwerkskunst statt.

Die Dorfkirche, geweiht 1752.

Der Berg-Schmidt-Hof mit eingerichtetem Wohnhaus von 1830, Feldsteinscheune von 1805 mit einer Ausstellung zur Getreideernte, Ziegelscheune um 1892 und Schauanlage Horizontalsägegatter sowie Göpel.

Brandenburgisches Freilichtmuseum Altranft, Kultur GmbH Märkisch-Oderland
Erich-Weinert-Straße 13, 15306 Seelow, Telefon: 03344-414300, 03341-854340
Email: freilichtmuseum-altranft@kultur-in-mol.de
Website: www.kultur-in-mol.de

Straßenkarte:


Copyright: Verwaltungs-Verlag, München

 

Ort Sonnenburg

1375 wurde das Dorf Sunnenberch / Sunnenburg erstmals im Landbuch der Mark Brandenburg erwähnt. Der Wirtschaftshof des Vorwerkes Sonnenburg wurde nach dem Aussterben der Familie von Uchtenhagen ein Vorwerk der Stadt Bad Freienwalde (Oder).

1811 begann der Erbpächter Professor Johann Friedrich Frick, Mitglied der Akademie der Künste zu Berlin, das Amtsvorwerk Sonnenburg zu einem Herrensitz auszubauen. Danach wechselte das Gut häufig seinen Besitzer. 1830 erhielt das ehemalige Vorwerk Sonnenburg die Eigenschaft eines landtagsfähigen Ritterguts verliehen.

1936 bis 1945 war das Rittergut im Besitz der Familie von Ribbentrop. Der damalige Reichsaußenminister betrieb hier intensive Pferdezucht. Das Gutshaus Sonnenburg ist ein zweigeschossiger Putzbau mit eingeschossigen Anbauten und Dachreiter. Das sogenannte Puppenhaus des letzten Hausherrn von Ribbentrop, befindet sich hinter dem Gutshof. Es wurde im Stile eines "ostgermanischen" Vorlaubenhauses, als Spielstätte für dessen Kinder erbaut.

Das Gutshaus und der Park stehen heute unter Denkmalschutz. Nach 1945 wurde das Gut Sonnenburg enteignet und an Landarbeiter und Flüchtlinge aus dem Osten aufgeteilt. 1953 gab es eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft in Sonnenburg, die später mit der in Altranft vereinigt wurde.

Am 01.01.1957 wurde Sonnenburg ein Ortsteil von Bad Freienwalde (Oder). Angezogen von der idyllische Landschaft bauten nach 1970 hauptsächlich Berliner und Bad Freienwalder Bürger Wochenendhäuser am Ufer des kleinen Schiebelsees.

In der Nähe befindet sich der romantische Baasee, ein beliebtes Ausflugsziel der Freienwalder und ihrer Gäste.

 

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